Und es wird vielleicht so ganz deutlich, dass Selbstverantwortung sehr umfassend und tiefgreifend zu verstehen ist. Der große Wandel der aktuellen Zeit fordert genau das heraus - ganzheitlicher wahrzunehmen und zu lernen. Die Grafik soll hier den Zusammenhang unterschiedlicher Lernebenen skizzieren. Die Ebenen sind fließend miteinander verknüpft, die Darstellung dient nur zur Orientierung, um es so anschaulich wie möglich zu erklären. Die erste Ebene ist wohl für die meisten Menschen die übliche Art, wie man Lernen versteht.
Aus diesem Lernverständnis wird das Selbstbild und -Gefühl oft automatisch abgeleitet. Für sich und auch für andere. Selbst wenn Menschen häufiger intuitiv aus einem tieferen Wahrnehmungs-Bewusstsein heraus handeln und das tun wahrscheinlich alle Menschen, werden die Dinge des Lebens weiterhin allein aus einer begrenzten Sicht (erste und/oder zweite Ebene) bewertet - wenn die Bewusstheit für diese Zusammenhänge fehlt.
Es geht also darum, sich mehr auf ganzheitliche Wahrnehmung einzulassen, statt 'zu kurz gedachten' Konzepten 'zu viel' Aufmerksamkeit zu schenken. Es geht also darum, ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass die Qualität und der Umgang mit allen möglichen Lebenssituationen davon abhängt, wie klar unser Selbstgefühl ist - was die Basis für Bewertungen, Handlungen oder Nichthandlungen ist. Anders formuliert - wie sehr man mit sich selber im Kontakt ist.
Die Gegenwart konfrontiert uns zunehmend, den 'Schalter umzulegen', auf ganzheitliches Lernen bzw. Wahrnehmen. Um im höchsten und besten Sinne mit allen möglichen und unmöglichen Situationen umzugehen. Also, mit dem permanenten Wandel, der sich in, um und durch uns hindurch bewegt. Es gibt heute diverse Konzepte und Methoden, um Blockaden und Glaubenssätze zu lösen. Das kann man bis zum Umfallen praktizieren und wenn hier die Bewusstheit fehlt, können sich immer wieder destruktive Glaubenssätze, Ideen und Überzeugungen aufbauen. Und es wird zunehmend schwieriger, diese herauszufinden.
Ich wollte die Ursache herausfinden, die das ganze Szenario an Glaubenssätzen, Vorstellungen, Ideen und Konzepten über mich, andere und die Welt, aufrechterhält. Das war meine Ausgangssituation.
Und wenn man noch keine genügenden Erfahrungen erlebt hat, wie es sich anfühlt, in einem 'Fass ohne Boden an Informationen und Konzepten' zu schwimmen, dann braucht man sich nur mit Konzepten der Persönlichkeitsentfaltung, spirituellen und NewAge-Konzepten oberflächlich zu beschäftigen. Die Betonung liegt hier auf 'oberflächlich'.
Ich habe mich laufend gefragt - wo ist der Hebel für die eine Lösung. Bis ich irgendwann verstand, dass mich das Leben - das wahre Selbst - führt. Das Selbst ist kein Konzept oder Etikett, das wahre Selbst ist eine lebendige Kraft, die in, um und durch uns hindurch wirkt und die man nicht etikettieren kann. Nur wahrnehmen. Und das Selbst spielt die erste Geige auf unserer Lebensreise - jenseits aller Vorstellungen, wie es sein sollte. Es ist eben oft anders, als man denkt.
Dass es sich hier um eine Information ohne Informationsgehalt oder Qualität handelt, ist wohl für jeden leicht nachvollziehbar. Heute ist es spielend leicht, dass jede/r im Nu mehr oder weniger qualifizierte (Lebens-)Konzepte kommunizieren oder als die Lösung verkaufen kann. Doch wie tief der Informationsgehalt wirklich ist - beim Empfänger und Sender - hängt von der Tiefe und Klarheit des Wahrnehmungs-Bewusstseins beider Seiten ab.